Hilft Hypnose bei ALS ? Probandin 1

Amyotrophe Lateralsklerose - Dokumentation einer Hypnosetherapie
 

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3. Hypnosesitzung 21.11.13

Heute fand die 3. Hypnose mit Petra statt. Dauer der Hypnose ca. 70 Minuten.

Erster Eindruck

Das Bild, das Petra auf den 1.Blick abgibt, ist mit dem, als ich sie kennenlernte, nicht mehr zu vergleichen. Sie sitzt sehr stabil in ihrem Rollstuhl und es fällt stark auf, wie kräftig ihre Hals und Nackenmuskulatur geworden ist. Der Kopf ist nicht mehr an der Kopfstütze angelehnt, sondern sie hält ihn gerade, aufrecht, stabil und ist dabei sehr beweglich. Fast ohne Auffälligkeit, würde ich sagen. Petras Sprache hat sich seit letzter Woche stark verbessert. Worte, die sie sagt, sind verständlich. Bis zur Tagesschausprecherin ist es zwar noch ein weiter Weg, aber ich habe mich mit ihr unterhalten. Natürlich, weil ich darauf geachtet habe, fiel mir auch auf, dass Petra sehr kräftig schlucken kann. Und, was meiner Meinung nach nicht hoch genug bewertet werden kann ist, dass Petra immer gut drauf ist. Das haben mir auch Besucher berichtet, Petra ist jetzt immer gut gelaunt und fröhlich. Und Petra hat jetzt jeden Tag einen Bärenhunger. Sie sagte mir, dass sie nachts jetzt gut schläft. Vor allem, kann sie seit letzter Woche wieder im Liegen schlafen, da sie sich nicht mehr verschluckt und Husten kann. Zuvor hat Petra die Nächte halb sitzend verbracht.

 

Einleitung der Hypnose

Durch den gesetzten Anker ( posthypnotischer Trigger ) fiel Petra in sekundenschnelle in eine tiefe Trance.

 

Der sichere Raum

Vorab etwas zum Unterbewusstsein ( UB ). Das UB wird auch gerne mit dem „Inneren Kind“ verglichen oder gar so bezeichnet. Daran ist viel Wahres. Das UB reagiert ein bisschen kindlich. Kommuniziert man verbal mit ihm, antwortet es häufig in einer deutlich höheren Stimmlage, als der Hypnotisierte sie normalerweise hat. Antworten kommen auch oft leicht verzögert und es braucht die einfache, kindgerechte Ansprache, will man erfolgreich arbeiten. Das UB versteht am besten die vertrauliche Ansprache mit „Du“.

In der 1. Sitzung hatte ich einen Dialog mit dem UB geführt um den Auslöser der Krankheit zu ergründen. Das UB benannte ein Erlebnis und eine auslösende Person, als Petra 12 Jahre alt war. Wer Kinder hat, der merkt aber zumeist, wenn das Kind nicht so recht mit der vollen Sprache rausrücken möchte. Dieses Gefühl hatte ich während der Befragung in Sitzung 1. Also wollte ich da heute nochmals ran.

 

Als Petra durch weitere Vertiefungen in tiefer Hypnose war, zeigte ich ihr eine „rote Tür“. Hinter dieser Tür befindet sich ein „sicherer Raum“. Diesen Raum, so teilte ich Petra und dem UB mit, können beide zu jeder Zeit während der Hypnose betreten und so lange verweilen, wie sie möchten. In diesem Raum fühlen sie sich stets sicher und geborgen, sind frei von Ängsten, Befürchtungen und befreit von jeder Last und dabei glücklich und zufrieden. Sollte also ein Trauma erneut durchlebt werden und die Belastung zu groß werden, so taucht die rote Tür unmittelbar auf und der sicher Raum bietet solange Schutz, bis beide bereit sind, ihn wieder zu verlassen. Mit der Bereitstellung dieses „Notausgangs“ begann ich erneut nach dem krankheitsauslösenden Ereignis zu fragen.

 

Befragung des Unterbewusstseins (UB)

Auf meine Frage, ob das bereits bekannte Ereignis, als Petra 12 Jahre alt war, das einzige Problem wäre oder ob es noch weitere Auslöser gab, erhielt ich die Aussage, dass es noch mehrere Ereignisse gab, die Petras Seele schwer verletzt haben. Durch fragendes Einkreisen, konnten die Ereignisse schnell ausgemacht werden. Sie lagen allesamt in der Zeit vom Teenager, bis zur erwachsenen Frau. Diese zu benennen ist hier, von meiner Seite, nicht angebracht. Ich besprach mit dem UB die Situationen und wurde mit ihm einig, dass diese Vergangenheit nun keine Rolle mehr in Petras Leben spielen wird. Das es eben negative Erfahrungen waren, an denen Petra nicht Schuld war. Auch diese Ereignisse nehmen nun auf die Erkrankung keinen Einfluss mehr.

Ich ließ mir wieder bestätigen, dass die zuvor einmal getroffenen Vereinbarungen Bestand haben und umgesetzt wurden und werden. Ergebnis: Mein subjektiver Eindruck, dass sich die Krankheit auf dem Rückzug befindet, wurde vom UB bestätigt. Bevor ich eine neue „Baustelle“ anfragte, habe ich nochmals die Atmung, Schlucken, Husten und den Sprechapparat gestärkt und weitere Verbesserungen vereinbart.

Petra ließ uns alle wissen, dass die Therapeuten nun daran arbeiten wollen, ihre Arme geschmeidig zu machen um die Funktion der Hände zu stärken. Ich bat das UB, Petra und die Therapeuten darin zu unterstützen. Bewusst wählte ich auch die Formulierung, die Arme und Hände geschmeidig zu machen und zwar immer dann, wenn Petra entspannt ist. Wenn sie allerdings die Muskeln in Armen, Händen und Fingern anspannen will, dann soll ihr das auch gelingen, die notwendigen Nervenzellen und Motoneuronen sollen gebildet / gestärkt werden. Und, die Muskeln sollen jeden Tag ein bisschen kräftiger werden. Das UB war einverstanden und wollte das notwendige sofort zur Verfügung stellen. Wir machten einen sofortigen Test.

 

Sofortiger Test

In der Entspannung waren Petras Arme bis zu den Fingern völlig entspannt und geschmeidig. Widerstandslos machten sie jede von mir provozierte Bewegung in alle Richtungen mit. Und das auch, als ich die Bewegungsgeschwindigkeit so erhöhte, dass ein bewusstes Mitarbeiten von Petra unmöglich gewesen wäre. Nun der Gegenversuch. Ich bat das UB zuzulassen, dass Petra ihre Muskeln im Arm, bis zu den Fingern mit aller Kraft anspannen sollte. Petras Arm klebte geradezu auf der Armlehne, ein Anheben gelang mir nur mit wirklichem Kraftaufwand und nach dem Loslassen, knallte der Arm mit Kraft auf die Lehne zurück. Die Finger hätte ich aufbiegen müssen, sie waren zwar nicht geschlossen aber deutlich gekrümmt. Die Tests nahm ich an dem rechten Arm vor, der vor der 1.Sitzung noch komplett gelähmt war. Die weitere Steigerung dieser Leistung wurde mit dem UB vereinbart. Bin gespannt, ob die Therapeuten was merken ;-)

 

Suggestionen

Ich vertiefte und verankerte alle Inhalte der Hypnose. Insbesondere verankerte ich die Gewissheit, dass die Krankheit aufgehalten und auf dem Rückzug ist. Weiter, dass die Traumata aus der Vergangenheit keinen Einfluss mehr auf die Zukunft haben werden. Dass die Arme von nun an bei Entspannung völlig geschmeidig und bei Anspannung voller Kraft sind und diese Kraft von nun an tagtäglich zunehmen werde. Ich verankerte außerdem, dass Petra stets motiviert bleibt weiter an sich zu arbeiten und Spaß daran hat.

 

Entspannung

Als Entspannung ließ ich Petra leicht, geborgen und voller Zuversicht in sich verweilen. Ich zeigte ihr ein Licht, das ihren Körper mit Wärme ausfüllt und Kraft in sie strömen lässt. Mehrere Minuten strömte das kraftgebende Licht in ihren Körper.

 

Ausleitung

Alle Inhalte der Sitzung wurden vertieft und fest im UB verankert. Dann stellte ich alle Körperfunktionen auf optimale Werte, implantierte Glück, Zuversicht, Geborgenheit und Sicherheit und holte Petra bei „3“ zurück ins hier und jetzt.

Petras erste Worte, nach der Hypnose : „Habe Hunger“ – das kenne ich ja schon ;-)

Hypnotiseur am 21.11.13 15:41

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